Jüdische Gemeinde Gießen

Geschichte der Jüdischen Gemeinde Gießen und der Bau der Synagoge

Nach 1945 kehrten kaum Mitglieder der früheren jüdischen Gemeinde nach Gießen zurück. Nur einzelne der in der Umgebung nach 1945 vorübergehend lebenden jüdischen Displaced Persons (Flüchtlinge aus Osteuropa) blieben in der Stadt. 1950 wurden etwa 20 jüdische Einwohner:innen in Gießen gezählt, im Dezember 1966 waren es etwa 24 Personen. Ein eigener Betraum wurde noch nicht eingerichtet. An den Feiertagen wurden die Gottesdienste in Bad Nauheim besucht.  

Erst seit Ende der 1970er Jahre kam es zu einem neuen Aufleben einer jüdischen Gemeinde in der Stadt. Im Frühjahr 1978 wurde auf Initiative von Prof. Jakob Altaras eine Jüdische Gemeinde Gießen mit damals nur 26 Mitgliedern neu gegründet. Prof. Altaras wurde der erste Vorsitzende der neuen Gemeinde.

Durch Zuwanderung vor allem aus den ehemaligen Staaten der Sowjetunion nahm in den 1990er Jahren die Zahl der Gemeindeglieder zu. Heute umfasst die Jüdische Gemeinde rund 280 Mitglieder.

1979 beschloss der Gießener Magistrat, der Gemeinde zum Neubau einer Synagoge ein Grundstück in der Innenstadt zu überschreiben. Zunächst wurden die Gottesdienste in einer Mietwohnung gefeiert, erst in der Marburger, später in der Dammstraße. Hier waren jeweils ein Betraum und ein Büro der Gemeinde eingerichtet.

Ende der 1980er Jahre entschied sich die Jüdische Gemeinde für die Umsetzung der ehemaligen Synagoge von Wohra (Landkreis Marburg-Biedenkopf) nach Gießen, um das Gebäude künftig wieder als Synagoge verwenden zu können. Dazu gaben auch die wenigen Überlebenden der Wohraer jüdischen Gemeinde ihre Zustimmung. Ende August 1995 wurde die ehemalige Wohraer und nun neue Gießener Synagoge zusammen mit einem jüdischen Gemeindezentrum (Burggraben 6, Gießen) feierlich eingeweiht. Die Synagoge trägt den Namen „Beith-Jaakov-Synagoge“. 

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